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1 Step 1

Bitte beachten: Diese Checkliste stellt eine reine Handlungshilfe dar und ersetzt nicht die arbeitsmedizinische und sicherheitstechnisch vorgeschriebene Betreuung.

Checkliste Arbeitsschutz

1. Berufsgenossenschaft

Anmeldung und Aushangpflicht: Innerhalb einer Woche nach Unternehmensbeginn meldet der Unternehmer dieses mit der Zahl der Versicherten der BG.

Quelle: SGB VII Gesetzliche Unfallversicherung

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2. Betriebsärztliche und sicherheitstechnische Betreuung

Meldung an die BG: Der Unternehmer wählt zwischen betriebsärztlicher und sicherheitstechnischer Regelbetreuung und alternativer bedarfsorientierter Betreuung (Unternehmermodell).

Quelle:

DGUV Vorschrift 2
§ 2 - 4 ASiG: Betriebsärzte
§ 5 – 7 ASiG: Fachkräfte für Arbeitssicherheit

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3. Pflichtenübertragung im Arbeitsschutz

Schriftliche Übertragung von Unternehmerpflichten

Ist die Verantwortung für den Arbeitsschutz bzw. sind einzelne Aufgaben des Arbeitsschutzes schriftlich delegiert worden?

DGUV Vorschrift 1 "Grundsätze der Prävention"
(inklusive Regel, Hilfestellungen und Anmerkungen)
§ 13 Pflichtenübertragung

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4. Fachkraft für Arbeitssicherheit (SIFA)

Schriftliche Bestellung und Aushangpflicht

Der Unternehmer ist verantwortlich für die Pflichterfüllung der FaSi, diese kann nach §5 (3) ASiG Angestellter des Unternehmens sein.

§ 5 ASiG: Bestellung von Fachkräften für Arbeitssicherheit

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5. Betriebsarzt (BA)

Schriftliche Bestellung und Aushangpflicht

Der Unternehmer ist verantwortlich für die Pflichterfüllung des BA, dieser kann nach §2 (3) ASiG Angestellter des Unternehmens sein.




§ 2 ASiG: Bestellung von Betriebsärzten

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6. Sicherheitsbeauftragte

Schriftliche Bestellung ab 20 MA / Aushangpflicht

Der Unternehmer bestellt einen Sicherheitsbeauftragten aus der Mitarbeiterschaft. Dieser verfügt über Orts-, Fach- und Sachkenntnis. Er berät, weist auf Mängel hin, ist Ansprechpartner und Vorbild im Arbeitsschutz. Er trägt keine juristische Verantwortung.

Fortbildung zum Sicherheitsbeauftragten kostenlos über die BG möglich

Quelle: § 22 SGB VII: Sicherheitsbeauftragte


Werden Sicherheitsbeauftragte bei Fragen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes beteiligt?

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7. Unfallanzeigen Meldungen

Eine Unfallanzeige bei der zuständigen Berufsgenossenschaft hat zu erfolgen, wenn ein Arbeitsunfall eine Arbeitsunfähigkeit von mehr als 3 Kalendertagen zur Folge hat.

Eine Kopie der Unfallanzeige sollte auch der Sicherheitsfachkraft übermittelt werden.

Quelle: Die wichtigsten Fragen zur Unfallanzeige


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8. Ersthelfer

Benennung und Nachweispflicht

Der Unternehmer benennt einen Ersthelfer – ab mehr als 20 anwesenden Versicherten mindestens 10% der Beschäftigten. Es ist eine Grundausbildung sowie Nachschulung alle 2 Jahre erforderlich.

Bei Ausbildung im Gesundheitswesen ist keine Grundausbildung und bei Durchführung regelmäßiger Erste-Hilfe-Maßnahmen keine Nachschulung notwendig.

DGUV Vorschrift 1 (Seite 19)

Quelle: Erste Hilfe im Betrieb

Sind Informationen und Hinweise über die Erste Hilfe sowie Angeben über Notruf-,Erste Hilfe- und Rettungseinrichtungen, über das Erste-Hilfe-Personal sowie über herbeizuziehende Ärzte und anzufahrende Krankenhäuser ausgehängt?

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9. Aushangpflichtige Gesetze

Aushangpflicht und Unterweisung der MA

An frei zugänglicher Stelle hängt der Unternehmer die zuschlagpflichtigen Gesetze wie Arbeitsschutzgesetz, Mutterschutzgesetz, Arbeitszeitgesetz aus.
In der jährlichen Mitarbeiterunterweisung wird darauf hingewiesen.

Quelle: Beispiel Aushangpflicht: ArbZG § 16

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10. Betriebsärztliche Untersuchungen

Vorsorgeuntersuchung und Nachweispflicht

Der Unternehmer bietet den Mitarbeitern Vorsorgeuntersuchungen an oder verpflichtet sie dazu, je nachdem, mit welchen Tätigkeiten die Mitarbeiter in Berührung kommen. Im Anhang der ArbmedVV findet sich hierzu eine abschließende Übersicht. Der Betriebsarzt ist dazu beratend tätig.


Quelle: Verordnung zur Arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbmedVV)


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11. Mitarbeiterunterweisungen

Vor Aufnahme der Tätigkeit, in regelmäßigen Abständen und bei folgenden Anlässen werden arbeitsplatzbezogene Unterweisungen der Beschäftigten durchgeführt:

1. Bei Einstellung

2. Bei Veränderungen im Aufgabenbereich

3. Nach einem Arbeitsunfall

4. Bei Einführung neuer Arbeitsmittel oder Technologien

5. In regelmäßigen Abständen (mind. 1-mal jährlich)

6. Werden die Unterweisungen schriftlich dokumentiert

    Tipp: Unterweisungsliste erstellen

    Quelle: Unterweisungen nach § 12 Arbeitsschutzgesetz

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    12. Gefahrstoffe

    In der Gefahrstoffverordnung sind die Pflichten des Arbeitgebers bei Tätigkeiten mit gefährlichen Stoffen, Zubereitungen und Erzeugnissen festgelegt. Die Pflicht zur Gefährdungsbeurteilung steht im Vordergrund. Weitere Pflichten betreffen u.a. die Informationsvermittlung, Grundpflichten, Schutzmaßnahmen, Unterweisung, Pflichten bei besonderen Tätigkeiten und Gefahrensituation.

    Folgende Unterlagen sind vorhanden:

    1. Aktuelle Sicherheitsdatenblätter

    2. Substitutionsprüfung

    3. Gefahrstoffverzeichnis

    4. Betriebsanweisung

    5. Dokumentation der Unterweisung

    Quelle: Gefahrstoffverordnung

      Werden krebserzeugende, erbgutverändernde oder fruchtbarkeitsgefährdende Gefahrstoffe der Kategorie 1 oder 2 eingesetzt?
      Wird ein Verzeichnis über die Beschäftigten nach §14 (3) Nr. 3 GefStoffV geführt?

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      13. Arbeitsausschusssitzungen (ASA)

      4 x jährlich Pflicht inklusive Protokoll ab 20 Mitarbeitern (Köpfe)

      Es nehmen der Unternehmer oder ein Beauftragter, 2 Betriebsratsmitglieder, die FaSi, der BA, der SiBa und themenbezogene Mitarbeiter teil.

      Der ASA hat die Aufgabe, Themen im Bereich Arbeitsschutz und Unfallverhütung zu beraten.

      Quelle: § 11 ASiG: Arbeitsausschuss

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      14. Fluchtwege

      Pflicht zum Vorhandensein, zur Beschilderung und zur Beleuchtung

      Der Unternehmer sorgt je nach örtlicher Gegebenheit dafür, dass Fluchtwege vorhanden, gut erkennbar und ausreichend beleuchtet sind. Je nach baulicher Gegebenheit kann hier die Anforderung sehr unterschiedlich sein.


      Quelle: Arbeitsschutzrichtlinie ASR A2.3 „Fluchtwege und Notausgänge, Flucht- und Rettungsplan“

      Sind Fluchtwege gekennzeichnet?
      Gibt es einen Flucht- und Rettungsplan?
      Werden auf der Grundlage des Flucht- und Rettungsplans Räumungsübungen durchgeführt?

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      15. Brandschutz

      Pflicht zur Brandvorsorge und zur Festlegung von Maßnahmen bei einem Brand, Benennung von Brandschutzhelfern

      Der Unternehmer beachtet den Brandschutz in den Arbeitsstätten, über die er die Verfügungsmacht besitzt. Also NICHT die Häuslichkeit in der ambulanten Pflege.

      Benennung und Bestellung von Brandschutzhelfern . Die notwendige Anzahl von Brandschutzhelfern ergibt sich aus der Gefährdungsbeurteilung. Ein Anteil von fünf Prozent der Beschäftigten ist bei normaler Brandgefährdung nach ASR A2.2 (z. B. Büronutzung) in der Regel ausreichend



      Arbeitsschutzrichtlinie ASR A2.2: „Maßnahmen gegen Brände“


      BGW: Aushang „Brände verhüten – Verhalten im Brandfall

      Quelle: Brandschutzhelfer

      Sind Feuerlöscher vorhanden und werden diese regelmäßig gewartet?

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      16. Notfallvorsorge

      Pflicht zum Vorhalten von Verbandskasten, Verbandsbuch und Kontakt zum Durchgangsarzt

      Der Unternehmer sorgt für öffentlichen Zugang sowie für die regelmäßige Überprüfung des Verbandskastens.

      Alle Verletzungen werden dokumentiert


      Quelle: Verzeichnis Durchgangsärzte

      DGUV: Grundsätze der Prävention

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      17. E-Check Arbeitsmittel

      Protokoll- und Katasterpflicht für elektrische Anlagen und Betriebsmittel

      Der Unternehmer ist verantwortlich für die regelmäßige Überprüfung aller elektrischen Anlagen und Betriebsmittel

      Die Überprüfung wird durch geschulte Innungsbetriebe vorgenommen


      DGUV Vorschrift 3
      Quelle: Durchführende Betriebe

      Gibt es ein Verzeichnis von Arbeitsmitteln und überwachungsbedürftigen Anlagen (z.B. in Ordner, Exceldatei, Datenbank), die geprüft werden müssen?
      Liegen Unterlagen über durchgeführte Prüfungen vor (Aufzeichnungen der Ergebnisse, Prüfungsbescheinigungen)?

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      18. Persönliche Schutzausrüstung (PSA)

      Pflicht zur Bereitstellung der PSA und zur Anweisung, diese im Bedarfsfall anzulegen

      Je nach Bedarfsfall stellt der Unternehmer beispielsweise Schutzhandschuhe, Einmalschürzen oder Mundschutz den Mitarbeitern zur Verfügung.

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      19. Desinfektionsplan

      Aushangpflicht

      Der Verantwortliche, beispielsweise der Hygienebeauftragte unterteilt den Desinfektionsplan in Hautschutz- und Händedesinfektionsplan und Hygieneplan.

      Die tatsächlich eingesetzten Produkte sind aufgeführt und auch in der Einrichtung vorhanden.

      
      Vorlage „Desinfektionsplan“ im Qualitätshandbuch des bpa

      Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts zur Händehygiene

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      20. Bildschirmarbeitsplatz

      Angebotsuntersuchung

      Der für die Gefährdungsbeurteilung Verantwortliche bezieht die Anforderungen im Anhang der Bildschirmarbeitsplatzverordnung in die Gefährdungsbeurteilung ein.

      Bildschirmarbeitsplatzverordnung

      Quelle: DGUV-Information: Bildschirm- und Büroarbeitsplätze: Leitfaden für die Gestaltung


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      21. Gebrauchte spitze und scharfe medizinische Instrumente

      Sichere Entsorgung

      Der Anwender sammelt gebrauchte spitze und scharfe medizinische Instrumente einschließlich derer mit Sicherheitsmechanismus unmittelbar nach Gebrauch in Abfallbehältnissen.

      Die Abfallbehältnisse umschließen den Abfall sicher. Dabei sind die Behälter so nah wie möglich am Verwendungsort aufzustellen. Sie werden nicht umgefüllt.


      Quelle: TRBA 250 Biologische Arbeitsstoffe

      Abwurfbehälter

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      22. Arbeitszeit

      Pflicht zur Beachtung aller Regelungen

      Der Unternehmer beachtet die Regelungen für Pausen, Urlaub, maximale Arbeitszeit, Ruhezeit, Nachtarbeit, Sonn- und Feiertagsruhe

      Arbeitszeitgesetz

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      23. Mutterschutz

      Pflicht zur Beachtung aller Regelungen

      Der Unternehmer teilt die Schwangerschaft der Aufsichtsbehörde mit

      Der Unternehmer führt eine Gefährdungsbeurteilung für Schwangere durch

      Der Unternehmer sorgt für entsprechenden Schutz


      Mutterschutzgesetz

      Verordnung zum Schutz der Mütter am Arbeitsplatz (MuSchArbV)

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      24. Kinder- und Jugendarbeitsschutz

      Pflicht zur Beachtung aller Regelungen

      Der Unternehmer beachtet die Sonderregelungen unter anderem für Pausen, Urlaub, maximale Arbeitszeit, Ruhezeit, Nachtarbeit

      
      Jugendarbeitsschutzgesetz

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      25. Gefährdungsbeurteilung (GBU)

      Jährliche Überprüfung

      Wer ist an der Erstellung der Gefährdungsbeurteilung beteiligt? (Fachkraft für Arbeitssicherheit, Betriebsarzt, Mitarbeitervertretung, Führungskräfte, Mitarbeiter)?

      Bei aktuellen Anlässen – beispielsweise baulicher Veränderung, Arbeitsunfall – führt er die Gefährdungsbeurteilung ebenfalls durch.

      

      § 5 ArbSchG: Beurteilung der Arbeitsbedingungen

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      26. Gefährdungsbeurteilung (GBU)

      Wird die Gefährdungsbeurteilung in Form eines kontinuierlichen Prozesses mit den folgenden Prozessschritten durchgeführt:

      1.  Festlegen von Arbeitsbereichen und Tätigkeiten,
      2. Gefährdungen ermitteln und beurteilen,
      3. Maßnahmen festlegen und durchführen,
      4. Wirksamkeitskontrolle,
      5. Verbesserungsmaßnahmen festlegen

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      27. Gefährdungsbeurteilung (GBU)

      Welche Regelungen zur Aktualisierung und Fortschreibung der Gefährdungsbeurteilung gibt es (Regelmäßige Überprüfungsfristen, bei besonderen Anlässen z.B. Unfall, Beinaheunfall)?

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      28. Gefährdungsbeurteilung (GBU)

      Werden besondere Personengruppen berücksichtigt (Jugendliche, werdende Mütter, Behinderte, Berufsanfänger,……)?

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      29. Gefährdungsbeurteilung (GBU)

      Wurden psychische Belastungen berücksichtigt?

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      30. Arbeitsmedizinische Vorsorge

      Ist erhoben, ob arbeitsmedizinische Vorsorge nach §3 ArbMedVV durchzuführen ist?

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      31. Arbeitsmedizinische Vorsorge

      Wird eine arbeitsmedizinische Vorsorge (auch wiederkehrend) durchgeführt bzw. aktiv angeboten gem. § 3 ArbmedVV?

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      32. Arbeitsmedizinische Vorsorge

      Wird Pflichtvorsorge gemäß §4 ArbMedVV veranlasst?

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      33. Arbeitsmedizinische Vorsorge

      Wird Angebotsvorsorge gemäß §5 ArbMedVV veranlasst?

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      34. Arbeitsmedizinische Vorsorge

      Wird eine Vorsorgekartei gem. §3 (4) ArbMedVV geführt?

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      35. Information und Einbindung von Fremdfirmen

      Werden Aufgaben an Fremdfirmen (z.B. Reinigungs-, Instandhaltungs-, Produktions-, Logistikarbeiten) vergeben?

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      36. Information und Einbindung von Fremdfirmen

      Sind in den Verträgen mit den Fremdfirmen Vorgaben zum Arbeitsschutz festgeschrieben?

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      37. Information und Einbindung von Fremdfirmen

      Werden die Mitarbeiter von Fremdfirmen vor Ort unterwiesen und auf besondere Gefahren hingewiesen?

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      38. Zeitarbeitnehmer/Praktikanten

      Sind Zeitarbeitnehmer in die gleichen Arbeitsschutzmaßnahmen eingebunden wie die eigenen Beschäftigten und sind sie diesen gleichgestellt (z.B. bei der Unterweisung, bei der arbeitsmedizinischen Vorsorge, bei persönlicher Schutzausrüstung?

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